entrosten-von-eisen

Bei der Entrostung von stark korrodiertem Eisen sollte man zunächst alle losen Teile mechanisch entfernen, und das Objekt gründlich entsalzen (z.b.: Durch waschen in dest. Wasser).

Da das ausschließlich mechanische Lösen von der Metalloberfläche einen relativ hohen Kraftaufwand und bei unsachgemäßer Anwendung die Gefahr der Objektzerstörung birgt. Empfiehlt es sich die mechanische Behandlung nur als begleitende Maßnahme zu sehen, um gemeinsam mit anderen Methoden, gelösten Rost von der Oberfläche zu entfernen.

Mitunter eine der ältesten Methoden zur Rostentfernung ist wohl die Entrostung mit Petroleum. Durch die niedrige Grenzflächenspannung dringt das Petroleum zwischen Eisenoberfläche und Korrosionsschicht ein, der Rost kann dann relativ leicht abgebürstet werden. Dazu werden die Objekte je nach Verrostungsgrad einige Tage bis mehrere Wochen in einen Behälter mit Petroleum eingelegt.
Zwischendurch das Objekt immer wieder herausnehmen, abbürsten und wieder einlegen. Diese Prozedur solange wiederholen, bis sämtliche Korrosionsspuren beseitigt sind. Das Petroleum riecht zwar unangenehm dafür ist diese Methode jedoch einfach, billig und zeigt gute Ergebnisse. Bei stark verrosteten Gegenständen mit Krustenbildung ist eine Grobreinigung mit Petroleum und anschließend eine Feinreinigung mit Hilfe einer anderen Methode angebracht. Achtung, bei feinen Tauschierungen und Einlegearbeiten kann es vorkommen das das Petroleum - generell wie alle kriechfähigen Hilfsmittelchen - unter die Tauschierung eindringt und damit abhebt.

Folgende Lösungen und Gemische bieten sich zum weiteren Entfernen des Rostes an.

Zitronensäure
Anwendung: 3 %-ige wässrige Lösung bei 80 °C. pH-Wert nicht über 4,5 steigen lassen. Danach aus dem Bad nehmen und mit heißem Wasser säubern.

Komplexon 3
40 g Komplexon 3
1000 ml dest. Wasser
Anwendung: als Bad. PH:5. Komplexon 3: Dinatriumdihydrogenethylendiamintetraacetat-2-wasser.Sollte sich der pH-Wert während der Behandlung verändern, kann mit verdünnter NaOH bzw. Zitronensäure gepuffert. bzw. korrigiert werden. Temperatur des Bades etwa bei 70-80°C halten, Magnetit (Fe3O4) löst sich oft erst nach Erhöhung der Konzentration an Komplexon ,d.h. es muss mehr Kompl. zugegeben werden, um Magnetit aufzulösen.

Natriumgluconat
255 g Natriumhydroxid
100 g Natriumgluconat
3 -5 g eines nichtionogenen (neutralen) Tensids in 1000 ml Wasser.
Anwendung: Temperatur 90-95 °C,.

Natriumhydroxid (Ätznatron, Natronlauge)
Anwendung: 3-6% ige Lösung als Elektrolyt zur elektrolytischen Entrostung. Objekt als Kathode, vernickeltes Stahlblech oder Edelstahlblech als Anode, Stromdichte etwa 1 A/qdm bei 4-5 Volt Spannung. Anmerkung: Möglichst reine Natronlauge verwenden.

Oxalsäure
Anwendung: 5 % ige Lösung in dest. Wasser

Phosphorsäure
10-20 % ige Lösung, Zusatz von Korrosions- Inhibitoren nötig, z.B. Chinolin, Diethylamin, Pyridin, Thioharnstoff, Triethylamin. Max. 1 %. Anwendung als Bad oder mehrmaliges einpinseln.

Thioglycolsäure
Lösung 3-25 % ig. Einstellen auf pH-Wert 7 mit Ammoniumhydroxid (Salmiakgeist), als Bad. Vorgang muss gut überwacht werden, da auch nicht korrodiertes Eisen abgetragen wird. Das Bad verfärbt sich dabei violett. Abbürsten während des Vorgangs beschleunigt den Rostabtrag. Nach Ende der Rostlösung muss das Objekt abgebürstet und mit dest. Wasser gewaschen werden. Dann 15-20 min in Aceton legen und möglichst in einem Trockenschrank auf 50°C erwärmen.

Salzsäurebad
Anwendung: Als Bad in 15 % iger Lösung, Zusatz von etwas Tensid (Netzmittel) empfehlenswert.
Zu beachten: Salzsäure, Phosphorsäure, Natriumhydroxid und Thioglycol-säure sind ätzend. Schutzbrille und Handschuhe erforderlich. Hautkontakt mit Oxalsäure ist zu vermeiden, da giftig.

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